Probleme des Wessis im Osten

Was bedeuten die 25 nachstehenden Wörter?

Seggsch
Radscho
Schgadahmd
Glemdnor
Fahrschduhl
Bieramidngärdse
Bargbladswäschdor
Schlübbor
Nizuglom
Sähschelbout
Haddenmeroh
Nachelag
Bardeiuffdrach
Schlefschdehn
Wachnhäbor
Gombschudoreggsbärde
Färschdor
Bärschormejsdor
Biordägl
Bärschdsiesche
Hammorni
Nähschorr
Offgegnöbbld
Bladdnschbilor
Gorschensieor

Unter den Einsendern mit den meisten richtigen Antworten verlose ich ein Lob 🙂

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Sascha Lobo ist dagegen, immer nur dagegen zu sein.

Heute erschien bei Spiegel Online ein schöner Artikel von Sascha Lobo. „Die Dagegen-Öffentlichkeit„. Darin sinniert er über seine Beobachtung, dass Bewegungen im Netz hauptsächlich „Dagegen“-Bewegungen sind. Und das findet Lobo nicht gut. Ich habe mich köstlich über diesen argumentativen Salto amüsiert. Wenn ihr den Artikel durchlest fällt euch mindestens eine Ähnlichkeit mit „Poetry Slam“ auf: Darüber nörgeln, dass andere immer nur nörgeln.

Aber ich will eigentlich auf was anderes raus. Nämlich folgendes:

Wie könnte es erleichtert werden, konstruktive Haltungen einzunehmen, statt immer nur „dagegen“ zu sein?

Es ist ja bekannt, dass auch negierte Bilder vorgestellt werden. Das berühmte „mal nicht an einen rosaroten Elefanten mit Schleife um den Rüssel denken“. Oder beim Auto-, Motorrad- oder Fahrradfahren: Man lenkt immer dorthin, wohin man guckt. Deswegen immer an den Ausgang der Kurve gucken, nicht in die Böschung. Immer die Lücke zwischen den Pollern anvisieren, nicht die Poller selber. Und beim Fahrradfahren halten sich die allermeisten auch ganz gut daran. Prinzipiell ist die Fähigkeit also vorhanden, auch erwünschte Zielzustände vorzustellen und anzustreben.

Filme wie „What the Bleep do we know“ oder „The Secret“ und letztendlich diese ganze „positive thinking“- Bewegung zielen ja darauf ab, uns genau das klar zu machen: Was du dir vorstellst wird Wirklichkeit. Das klingt ein bisschen Eso, aber funktioniert ganz gut.

Ich erinnere mich an eine Situation in meiner Kindheit. Ich war im Garten meiner Oma auf einen Baum geklettert und machte da waghalsige Experimente, wie weit ich mich auf dem dünner werdenden Ast nach aussen schieben könnte. Ich machte das schon eine ganze Weile und es klappte ausserordentlich gut. Irgendwann entdeckte mich meine Oma und war wohl ziemlich besorgt, dass mir was passieren könnte. Jedenfalls rief sie: „Konsch do ra!“, das ist schwäbisch und bedeutet soviel wie „Komm sofort da runter!“. Prompt verlor ich das Gleichgewicht, fiel aus dem Baum und holte mir bei der Landung ein paar böse blaue Flecken. Es hatte also funktioniert. Allerdings waren sowohl ihr Wunsch als auch ihre Befürchtung in Erfüllung gegangen. Die Formulierung war nicht eindeutig genug gewesen und ich den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Zu meinen Kinder sage ich deshalb in vergleichbaren Situationen nie „komm sofort da runter“ oder noch schlimmer „Fall‘ nicht runter!“, sondern möglichst immer: „Halte dich gut fest und klettere langsam runter“. Tja was soll ich sagen? Bis jetzt hat es sehr gut funktioniert.

Wie wär’s also, sich das zur Gewohnheit zu machen und auch im großen auszuprobieren. Sascha Lobo fordert, die Politik sollte dazu Möglichkeiten schaffen. Ich frage mich zwar, was die Politik da bitte machen soll, trotzdem denke ich: „Ja, warum nicht? Wenn denen was Gutes einfällt, z.B. eine echte Schulreform, Vera F. Birkenbihl hat da ein paar schöne Vorschläge…“ Ich denke nämlich, dass diese Dagegen-Mentälität nichts weiter ist als eine Gewohnheit. Eine Denkgewohnheit eben. Und das schöne an Gewohnheiten ist, dass man sie ändern kann, ganz ohne Politik. Wenn man gegen eine Sache ist, dann ist man ja zwangsläufig für etwas anderes. Es ist anfangs ein bisschen schwierig, aber man kann sich daran gewöhnen, zu sagen was man will. z.B. einfach mal nicht mehr gegen Hartz IV sein, sondern für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Antwort auf meine Eingangsfrage: „Wie könnte es erleichtert werden, konstruktive Haltungen einzunehmen, statt immer nur „dagegen“ zu sein?“ ist also schlicht: Üben, üben, üben.

Der Effekt auf die Politik wäre sicher ein gewaltiger.

Gratis Bonus: So wappnen Sie sich gegen „Kritik“ an ihren konstruktiven positiv formulierten Vorschlägen!

Ja, wie macht man das? Da steht man nun und ist wunderbar positiv und dann kommt einer daher und sagt: „Ist ja nett, aber so kann das ja gar nicht funktionieren.“ Schlimm. Sehr schlimm! Ausser man dreht den Spieß um und fragt: „Sondern wie?“.

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Das größte Übel

Das größte Übel der Nation:
Bespiegelung statt Reflektion.

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Poetry Slam

Ein Tunichtgut, ein Besserwisser,
Ne Quotenfrau, ein kleiner Schisser,
Die trafen sich vor Publikum
Verkauften dann sich selbst für – klug.

Zunächst gemäßigt, dann mit Eifer.
Bald läuft aus ersten Lefzen Geifer
Über die Welt, die – ach – so schlecht!
Wie macht man’s diesen Menschen recht?

Man streichelt’s Köpfchen und sagt: „Ja!
So klug erkannt, so wunderbar,
Wie Du hier nörgelst und zerreißt
Und wie du alles besser weißt.

Und dann so treffsicher beschrieben!
Ich könnte deinen Vortrag lieben.
Das tu ich auch, wenn du erwachst
Und all das selber besser machst.“

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… und was soll der Verantwortliche der Stadt dann machen?

Durch die Funkstille sind auch die Kommentare zu kurz gekommen. Einen Kommentar und die Antwort darauf öchte ich euch aber unbedingt zeigen. Kommentar und Antwort beziehen sich auf den letzten eintrag vor der Pause: Ferien in Görlitz in dem ich eine Rentnerin mit den Worten zitiere: „(…)in Görlitz – da biste doch lebendig begraben!“. darunter hatte ich geschrieben: „Vielleicht liest das mal ein Verantwortlicher der Stadt.“

Daraufhin kam ein sehr treffender Kommentar:

„…und was soll der Verantwortliche der Stadt dann machen? Ne Kneipe eröffnen…?“

Diese Frage ist ganz offensichtlich exakt die richtige. Was soll der Verantwortliche dann machen?
Heute habe ich meine Antwort dazu geschrieben. Das ist echt spät für ne Antwort, deswegen schreibe ich hier nochmal n ganzen Blogeintrag zu dem Thema. Als Entschädigung für’s Warten sozusagen.
Also meine Antwort auf die Frage: „…und was soll der Verantwortliche der Stadt dann machen? Ne Kneipe eröffnen…?“ lautet:

„(…) Der Verantwortliche der Stadt soll sich dafür einsetzen, dass die Regularien der Stadt gelockert werden. Er soll die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich eine Künstlerszene, eine Art Boheme in Görlitz ansiedeln kann. Künstler sind wie Mikroorganismen, die einen ausgelaugten, allzu verfestigten Boden umarbeiten und wieder fruchtbar machen. Erst wenn sie da sind können auch wieder „Nutzpflanzen“ gedeihen. Andere Versuche Nutzpflanzen, sprich herkömmliche Betriebe zu pflanzen bleiben abhängig von kontinuierlicher Unterstützung via Dünger bzw. Subventionen.
Also, macht Görlitz zu einer Stadt der Kreativen, das wird die Touristen bestimmt nicht verscheuchen und wie der Artikel zeigt, wünschen sich selbst Ruheständler mehr Leben in der Stadt. Die Effekte werden nicht von heute auf morgen sichtbar sein, aber sie werden Görlitz und der Region mehr nützen als alles andere.“

So sieht’s aus! Was meint ihr dazu und was wäre eure Vorschläge auf die obige Frage?

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Der Mitwessi kommt zurück

Hallo zusammen,
Hier war’s ja in letzter Zeit furchtbar still. Man hätte meinen können uns gäb’s nicht mehr. Und in gewisser Weise war das sogar richtig. Denn das Duett Jo und Al war entzweit und somit nichtexistent. Aber jetzt kommt’s, haltet euch fest: Der Al Puchtillion kehrt zurück. Mit geklärtem Geist, geschärftem Verstand, neuen Eindrücken und reichen Erfahrungen. Ich bin kein Kristallkugelfuzzi und kann euch deshalb nicht sagen, was die Zukunft bringt, aber dass der Mitwessi zurückkommt kann man als gutes Zeichen werten. Inzwischen werde ich den Blog wieder ein bisschen entstauben. Und ihr dürft gern mitmachen.
Allet jute,
euer Jo.

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Ferien in Görlitz

Dieser Tage war ich – nach einem langen und arbeitstreichen Tag – abends mit einem Freund unterwegs in den Straßen von Görlitz auf der Suche nach Vergnügen. Obermarkt, Untermarkt, Neisse-Ufer, Vogtshof, Elisabethplatz, Marienplatz, Berliner Str. – nichts. Wir waren bereits ernüchtert auf dem Heimweg als uns der Kommentar einer älteren Dame für das ergebnislose Herumlaufen entschädigte.

Ein Rudel weiß-lockiger Rentnerinnen trieb sich – offensichtlich mit einem ähnlichen Ansinnen wie wir – an der Ecke Berliner Str./Hospi rum und meckerte lautstark darüber, dass sie ja schon überall gewesen seien, aber alles geschlossen habe und wo man denn jetzt noch hin könne. Da schnarrte eine der alten: „NIRGENDS! Ach weeste, in Görlitz – da biste doch lebendig begraben!“

Vielleicht liest das ja mal ein Verantwortlicher der Stadt?

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